„Frauen soll es gut gehen - Männern auch“

Veröffentlicht am 14.09.2017 in Allgemein

Ivonne Horbert mit Dietmar Muscheid und Elisabeth Kolz.

„Frauen soll es gut gehen - Männern auch“ war der Titel einer Informationsveranstaltung, zu der die SPD-Bundestagskandidatin, Ivonne Horbert, nach Rheinböllen eingeladen hatte.
Ivonne Horbert betonte bei ihrem Eingangsstatement, dass es ihr bei dieser Veranstaltung insbesondere um die Situation der Frauen in unserer Gesellschaft geht. „Ich bin eine Frau, ich habe Familie und ich bin die Vorsitzende der SPD-Frauen (ASF) im Rhein-Hunsrück-Kreis und nur weil eine Frau an der Spitze unseres Staates steht haben wir nicht automatisch eine gute Frauen- und Familienpolitik im Land!"

Auch wenn die SPD in der abgelaufenen Legislaturperiode einiges für die Familien erreicht habe, wie z. B. beim Unterhaltsvorschuss, sei die Lage der Frauen in der Gesellschaft immer noch verbesserungswürdig.
Der Vorsitzende des DGB Rheinland-Pfalz/Saarland, Dietmar Muscheid, wies in seinen Ausführungen darauf hin, dass es am 24. September um sehr viel gehe. Die „Neoliberalen und Andere“ dürften nicht die Oberhand gewinnen.

Von der Beschreibung so genannter prekärer Beschäftigungsverhältnisse, einer Teilzeitfalle über Lohngleichheit bis zur Rente - immer seien Frauen davon besonders betroffen.

Da sie sich besonders für moderne Frauen und eine moderne Familienpolitik einsetze, fragte Ivonne Horbert warum sich Frauen „immer entschuldigen müssten
- wenn sie Kinder bekommen,
- wenn sie keine kinder bekommen,
- wenn sie arbeiten gingen oder
- wenn sie nicht arbeiten gehen". Das widerspreche allen ihren Vorstellungen und den Bedürfnissen der Frauen im Besonderen.

Besonders interessant waren danach die Aussagen der Mainzer Vorsitzenden der dort erstmals gegründeten „Wohlstandsgenossenschaft". Elisabeth Kolz.
Sie habe sehr lange darüber nachgedacht wie man die negative Entwicklung der Menschen künftig wieder verbessern könne. Für die heute schon lebenden Rentner/innen sei es zu spät. „Wenn die Politik nichts dafür tut, dann will ich selber etwas machen", sagte sie sich und machte sich daran, diese Wohlstandsgesellschaft ins Leben zu rufen.
Frei nach dem Gedanken der sozialdemokratischen Solidarität oder dem Selbsthilfegedanken von Friedrich-Wilhelm Raiffeisen, startete sie ihr Unternehmen.
Ziel ist es u. a. bei „jungen Frauen und Männern" zu beginnen mit Informationen und Seminaren nach individuellen Lösungsvorschlägen zu suchen. Vor allem gelte es frühzeitig ein diesbezügliches Problembewusstsein zu schaffen und den Betroffenen eine Wahlmöglichkeit zu geben um die vielen Möglichkeiten der Altersabsicherung den jeweiligen tatsächlichen Bedingungen anzupassen.

Entscheidend sei, so Elisabeth Kolz, dass wir etwas tun um die Situation zu verändern und Altersarmut künftig möglichst zu vermeiden. Aus diesem Grunde werde sie in den nächsten Wochen und Monaten durch die Lande ziehen und für ihre Initiative werben.

In der anschließenden sehr lebhaften Diskussion wurden die Beiträge der Experten am Podiumstisch gewertet und auch Fragen zu anderen Themen gestellt. Insbesondere das Thema Rente bestimmte den Abend. Auf eine Frage aus dem Publikum erläuterte der DGB-Landesvorsitzende Muscheid, warum ein Rentner in Österreich auf etwa 80 Prozent der letzten Bezüge komme und ein deutscher Rentner nur auf etwa 48 Prozent im Schnitt - Tendenz sinkend. „Das liegt an zwei Gründen", erläuterte er. „Zum einen zahlen die österreichischen Arbeitgeber wesentlich höhere Beiträge als die dortigen Mitarbeiter (und die deutschen Arbeitgeber) und zum anderen bekommen die Rentner im süd-östlichen Nachbarland 14 mal im Jahr eine Rente ausgezahlt, nämlich auch zum Urlaub und zu Weihnachten." Dass das in Deutschland auch möglich sei, hält er ausdrücklich für möglich, allerdings benötige man dafür große politische und gesellschaftliche Anstrengungen.

Ivonne Horbert beendete den Abend mit einem Dank an alle Anwesenden und stellte fest: „Ich habe heute Abend sehr viele starke Frauen erlebt. Nehmen wir sie uns zum Vorbild!"

 

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